Smiley Geschichte

Die Entstehung des Smileys kurz erklärt

Der digitale Smiley :-) entstand am 19. September 1982. Der Informatiker Scott E. Fahlman schlug die Zeichenfolge auf einem elektronischen Bulletin Board der Carnegie Mellon University vor, um scherzhafte Nachrichten eindeutig zu kennzeichnen. Für ernst gemeinte oder negative Aussagen empfahl er gleichzeitig :-(. Aus dieser einfachen Idee entwickelte sich eine neue Form der digitalen Kommunikation, aus der später unzählige Emoticons hervorgingen.

Heute begegnen uns Smileys und Emojis praktisch überall: in Chats, sozialen Netzwerken, E-Mails und Messenger-Nachrichten. Ein lachendes Gesicht kann einen Satz freundlicher wirken lassen, Ironie verdeutlichen oder eine Stimmung ausdrücken, für die sonst mehrere Wörter notwendig wären. Angefangen hat diese Entwicklung jedoch nicht mit bunten Grafiken auf dem Smartphone, sondern mit drei einfachen Zeichen auf einer Computertastatur.

Wer hat den Smiley erfunden?

Bei der Frage nach dem Erfinder des Smileys muss man zunächst zwischen zwei Dingen unterscheiden. Das bekannte gelbe Gesicht mit zwei Augen und einem breiten Lächeln ist wesentlich älter als der digitale Smiley aus Satzzeichen. Der amerikanische Grafiker Harvey Ball entwarf bereits 1963 ein gelbes lächelndes Gesicht für eine Versicherungsgesellschaft in Massachusetts.

Wenn heute jedoch von der Entstehung des Smileys im Internet oder vom ersten bekannten digitalen Emoticon die Rede ist, fällt vor allem ein Name: Scott E. Fahlman. Der Informatiker arbeitete Anfang der 1980er-Jahre an der Carnegie Mellon University, kurz CMU, in Pittsburgh.

Fahlmans entscheidende Idee bestand darin, vorhandene Satzzeichen so miteinander zu kombinieren, dass beim seitlichen Betrachten ein Gesicht entstand. Aus Doppelpunkt, Bindestrich und schließender Klammer wurde:

:-)

Der Doppelpunkt stellt die Augen dar, der Bindestrich die Nase und die Klammer den lächelnden Mund. Dreht man die Klammer um, entsteht entsprechend ein trauriges oder unzufriedenes Gesicht:

:-(

Warum wurde der Smiley überhaupt erfunden?

Anfang der 1980er-Jahre gab es noch kein World Wide Web, wie wir es heute kennen. An Universitäten und Forschungseinrichtungen wurden jedoch bereits Computernetzwerke und elektronische Bulletin Boards genutzt. Diese sogenannten Bboards waren eine frühe Form von Online-Foren.

An der Carnegie Mellon University tauschten sich Wissenschaftler, Mitarbeiter und Studenten darüber aus. Neben fachlichen Themen wurden auch Alltagsfragen, Neuigkeiten und natürlich Witze diskutiert.

Genau dabei entstand ein Problem, das uns bis heute bekannt vorkommt: Geschriebener Text transportiert Tonfall, Mimik und Gestik nur unzureichend. Eine ironisch gemeinte Bemerkung kann dadurch vollkommen ernst wirken. Sarkasmus wird missverstanden und aus einem harmlosen Scherz kann schnell eine lange Diskussion entstehen.

Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang ein scherzhafter Beitrag über einen Fahrstuhl an der Universität. In der Diskussion wurde behauptet, der Fahrstuhl sei nach einem physikalischen Experiment durch Quecksilber verunreinigt worden. Einige Leser nahmen die Meldung offenbar ernster, als sie gemeint war.

Daraufhin diskutierten die Teilnehmer des Bulletin Boards darüber, wie man humorvolle Beiträge künftig eindeutig kennzeichnen könnte. Verschiedene Zeichen wurden vorgeschlagen. Scott Fahlman hatte schließlich eine besonders einfache Idee.

Der 19. September 1982: Die Geburtsstunde von 🙂

Am 19. September 1982 um 11:44 Uhr veröffentlichte Scott Fahlman einen kurzen Beitrag auf dem Bulletin Board der Carnegie Mellon University.

Er schlug vor, die Zeichenfolge :-) als Markierung für scherzhafte Beiträge zu verwenden und fügte sinngemäß hinzu, man solle das Zeichen seitwärts lesen. Gleichzeitig schlug er :-( als Kennzeichnung für Beiträge vor, die nicht als Scherz gemeint waren.

„Read it sideways.“ – Genau darin lag die einfache, aber geniale Idee hinter dem neuen Zeichen.

Fahlman benötigte nach eigener Erinnerung nur wenige Minuten für seinen Vorschlag. Er ging damals keineswegs davon aus, damit ein Stück Computergeschichte zu schreiben. Für ihn war es zunächst lediglich eine praktische Lösung für ein alltägliches Kommunikationsproblem.

Doch die Idee funktionierte. Andere Nutzer begannen, die Zeichen zu übernehmen. Aus einer kleinen Konvention innerhalb einer Universitätsgemeinschaft entwickelte sich nach und nach eine weltweit verständliche Form der digitalen Körpersprache.

Warum muss man den Smiley seitwärts lesen?

Die klassischen Smileys wurden für reine Textsysteme entwickelt. Grafische Symbole konnten in den damaligen Nachrichten nicht einfach eingefügt werden. Deshalb griff man auf die Zeichen zurück, die auf jeder Tastatur vorhanden waren.

Betrachtet man :-) normal, sieht man zunächst nur drei Satzzeichen. Neigt man den Kopf jedoch nach links, werden daraus zwei Augen, eine Nase und ein lächelnder Mund.

Das Prinzip ließ sich leicht verändern. Schon bald entstanden aus denselben wenigen Tastaturzeichen weitere Gesichtsausdrücke. Ein Zwinkern, Überraschung, Traurigkeit oder andere Stimmungen konnten dargestellt werden, ohne dass dafür spezielle Grafiken notwendig waren.

Gerade diese Einfachheit war eine große Stärke der Emoticons: Sie funktionierten unabhängig vom verwendeten Computer, benötigten praktisch keinen Speicherplatz und konnten problemlos zusammen mit normalem Text übertragen werden.

Wie verbreiteten sich Smileys über das Internet?

Die Zeichenkombinationen verbreiteten sich zunächst innerhalb des Computernetzwerks der Carnegie Mellon University. Von dort gelangten sie über Kontakte zu anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen weiter.

Fahlman berichtete später, dass :-) und :-( innerhalb kurzer Zeit von immer mehr Nutzern übernommen wurden. Über die damals verfügbaren Netzwerke wie das ARPANET erreichten die Zeichen schließlich weitere Hochschulen und Forschungslabore. Schon wenige Monate später existierten zahlreiche Varianten. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

Mit der wachsenden Verbreitung von E-Mail, Online-Diensten, Foren und Chats wurden Smileys ab den 1990er-Jahren endgültig zu einem Massenphänomen. Millionen Menschen standen plötzlich vor demselben Problem wie die Computerwissenschaftler an der CMU: Wie lässt sich in einem kurzen geschriebenen Text zeigen, ob etwas freundlich, scherzhaft oder ironisch gemeint ist?

Die Antwort bestand häufig aus nur wenigen Zeichen.

Smiley, Emoticon und Emoji: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Smiley, Emoticon und Emoji werden heute häufig gleichbedeutend verwendet. Historisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Dinge.

Begriff Bedeutung Beispiel
Smiley Allgemeine Bezeichnung für ein stilisiertes lächelndes Gesicht. Das bekannte gelbe Smiley-Gesicht wurde bereits 1963 von Harvey Ball entworfen. Gelbes lachendes Gesicht
Emoticon Ein Gesicht oder Ausdruck, der aus vorhandenen Schrift- und Satzzeichen zusammengesetzt wird. :-)
Emoji Ein eigenständiges grafisches Schriftzeichen beziehungsweise Piktogramm. Die ersten bekannten Sets für Mobilgeräte entstanden Ende der 1990er-Jahre in Japan. Grafische Gesichter, Herzen oder Symbole

Das Wort Emoticon setzt sich aus den englischen Begriffen „emotion“ und „icon“ zusammen. Gemeint sind also Zeichen, mit denen Emotionen dargestellt werden.

Der Begriff Emoji hat dagegen einen anderen sprachlichen Ursprung. Er stammt aus dem Japanischen: „e“ steht für Bild und „moji“ für Schriftzeichen. 1999 veröffentlichte der japanische Mobilfunkanbieter NTT DOCOMO ein Set aus 176 kleinen Bildzeichen, das von Shigetaka Kurita gestaltet worden war. Diese frühen Emoji waren nur 12 × 12 Pixel groß. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

Vom Text-Smiley zum bunten Emoji

Mit der Weiterentwicklung von Computern und Mobiltelefonen mussten Smileys nicht länger ausschließlich aus Satzzeichen bestehen. E-Mail-Programme, Messenger und Forensoftware begannen, Kombinationen wie :-) automatisch zu erkennen und durch kleine Grafiken zu ersetzen.

Damit veränderte sich auch die Nutzung. Während ein klassisches Emoticon aus Zeichen besteht, sind moderne Emojis eigenständige grafische Symbole. Trotzdem erfüllen beide bis heute eine ähnliche Aufgabe: Sie ergänzen geschriebenen Text um Informationen, die bei einem persönlichen Gespräch durch Gesichtsausdruck, Tonfall oder Gestik vermittelt würden.

Interessanterweise stand Scott Fahlman der automatischen Umwandlung seines klassischen Smileys in grafische Bilder eher skeptisch gegenüber. Gerade die Tatsache, dass der Leser in drei einfachen Zeichen selbst ein Gesicht erkennen musste, gehörte für ihn zum besonderen Reiz des Originals.

Die Originalnachricht galt viele Jahre als verschollen

Dass wir heute so genau wissen, wann Fahlman seinen Smiley vorgeschlagen hat, ist keineswegs selbstverständlich. Die damaligen Bulletin-Board-Beiträge waren nicht dafür gedacht, Jahrzehnte später als historische Dokumente erhalten zu bleiben.

Speicherplatz war teuer und ältere Nachrichten wurden irgendwann gelöscht. Auch Fahlman selbst hatte keine Kopie seines kurzen Beitrags aufgehoben. Als Jahre später deutlich wurde, welchen Einfluss die Zeichenfolge :-) auf die digitale Kommunikation gehabt hatte, war das Original zunächst nicht mehr auffindbar.

Anfang der 2000er-Jahre begann deshalb eine aufwendige Suche in alten Datensicherungen der Carnegie Mellon University. Mike Jones, der zu diesem Zeitpunkt bei Microsoft arbeitete und früher selbst an der CMU gewesen war, unterstützte die Suche. Mitarbeiter der Universität untersuchten alte Sicherungsbänder und mussten teilweise erst geeignete Technik finden, um die historischen Datenträger überhaupt noch lesen zu können.

Im September 2002 gelang schließlich der Durchbruch: Auf einem alten Backup wurde die ursprüngliche Diskussion mitsamt Fahlmans Beitrag vom 19. September 1982 wiedergefunden. Damit war die digitale „Geburtsurkunde“ von :-) nach rund 20 Jahren wieder da. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

Hat Scott Fahlman wirklich den ersten Smiley erfunden?

Hier lohnt sich eine genaue Formulierung. Menschen hatten natürlich schon lange vor 1982 Gesichter aus typografischen Zeichen dargestellt, und auch das grafische Smiley-Gesicht existierte bereits seit Jahrzehnten.

Scott Fahlmans Bedeutung liegt deshalb vor allem darin, dass sein Vorschlag einer der frühesten klar dokumentierten und äußerst einflussreichen Einsätze eines seitwärts gelesenen Emoticons in der digitalen Online-Kommunikation ist.

Fahlman selbst formulierte seinen Anspruch später ebenfalls vorsichtig und bezeichnete sich sinngemäß als Erfinder des seitwärts gelesenen Smileys – oder zumindest als einen seiner Erfinder.

Der entscheidende Unterschied zu früheren Spielereien mit Satzzeichen war die enorme Verbreitung. Seine Idee wurde tatsächlich von anderen Nutzern übernommen, verbreitete sich über Computernetzwerke und entwickelte sich zu einer Konvention, die Generationen von Internetnutzern verstanden.

Warum Smileys in Chats und Nachrichten so wichtig wurden

Ein persönliches Gespräch enthält wesentlich mehr Informationen als nur die gesprochenen Wörter. Wir hören den Tonfall unseres Gegenübers, sehen ein Lächeln, erkennen einen scherzhaften Gesichtsausdruck oder bemerken, wenn etwas ironisch gemeint ist.

Bei einer Textnachricht fehlen diese Signale. Der Satz „Das hast du ja toll gemacht“ kann beispielsweise ein ehrliches Lob sein – oder genau das Gegenteil bedeuten. Ein passender Smiley kann dem Leser einen zusätzlichen Hinweis darauf geben, wie eine Aussage gemeint ist.

Genau dieses Problem wollte Fahlman 1982 lösen. Deshalb ist seine Idee auch Jahrzehnte später noch erstaunlich aktuell. Zwar verwenden wir heute statt :-) häufig grafische Emojis, GIFs oder Sticker, doch das Grundprinzip ist gleich geblieben: Text erhält eine zusätzliche emotionale Ebene.

Vom 🙂 zu einer weltweiten Bildsprache

Aus drei Satzzeichen entwickelte sich eine Kommunikationsform, die heute Milliarden Menschen nutzen. Der klassische Smiley :-) war dabei ein wichtiges Bindeglied zwischen reinem Text und der heutigen visuellen Kommunikation.

In den frühen Online-Foren waren Smileys eine kreative Lösung für die technischen Grenzen der damaligen Computer. Später wurden daraus grafische Emoticons, Messenger-Symbole und schließlich die riesige Emoji-Welt moderner Smartphones.

Die Technik hat sich seit 1982 grundlegend verändert. Das Problem, das Scott Fahlman lösen wollte, ist dagegen geblieben: Geschriebene Wörter allein verraten nicht immer, mit welcher Stimmung sie gemeint sind.

Häufige Fragen zur Entstehung des Smileys

Wann wurde der Smiley erfunden?

Der bekannte digitale Smiley :-) wurde am 19. September 1982 von Scott E. Fahlman auf einem Bulletin Board der Carnegie Mellon University vorgeschlagen. Das gelbe grafische Smiley-Gesicht ist älter und wurde bereits 1963 von Harvey Ball gestaltet.

Wer ist der Erfinder des Internet-Smileys?

Als Erfinder beziehungsweise einer der wichtigsten frühen Erfinder des seitwärts gelesenen digitalen Smileys gilt der Informatiker Scott E. Fahlman. Sein Beitrag von 1982 ist erhalten und dokumentiert.

Was war der erste Smiley von Scott Fahlman?

Fahlman schlug :-) für scherzhafte Beiträge vor. Gleichzeitig empfahl er :-( für Beiträge, die nicht als Scherz gemeint waren.

Warum wurde der Smiley erfunden?

Auf elektronischen Bulletin Boards kam es immer wieder zu Missverständnissen, weil Humor, Ironie und Sarkasmus in reinem Text schwer zu erkennen waren. Der Smiley sollte zeigen, dass eine Aussage scherzhaft gemeint war.

Was ist der Unterschied zwischen Smiley und Emoji?

Ein klassisches Emoticon wie :-) besteht aus normalen Tastaturzeichen. Ein Emoji ist dagegen ein eigenständiges grafisches Zeichen. Die heute bekannten Emoji entwickelten sich Ende der 1990er-Jahre zunächst auf japanischen Mobiltelefonen.

Kleine Zeichen mit großer Wirkung

Als Scott Fahlman am 19. September 1982 die drei Zeichen :-) in eine kurze Nachricht schrieb, konnte er kaum ahnen, welche Entwicklung er damit anstoßen würde. Was als praktische Kennzeichnung für einen Scherz gedacht war, verbreitete sich über Universitäten, Computernetzwerke, E-Mails und Chats schließlich rund um die Welt.

Heute wirken die ursprünglichen Text-Smileys neben bunten Emojis und animierten GIFs beinahe nostalgisch. Trotzdem lässt sich ihre Bedeutung kaum überschätzen. Sie gehörten zu den ersten allgemein verständlichen Möglichkeiten, Gefühle und Tonfall in digitale Texte einzubauen.

Und manchmal braucht es dafür auch heute nicht mehr als drei Zeichen: :-)